Neues Leben nach dem Sturm

Neues Leben nach dem Sturm

Selbst seine geschützte Lage konnte den Wald rund um den Karersee nicht vor dem verheerenden Sturm „Vaia“ bewahren, der 2018 in Norditalien, Österreich, Deutschland und der Schweiz wütete. In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober fällten orkanartige Böen 5.900 Hektar Wald in 86 Südtiroler Gemeinden. Rund ein Viertel der 1,5 Millionen Vorratsfestmeter Schadholz im Land entfiel auf Welschnofen. Allein im Latemarwald wurden 120.000 Festmeter Holz umgeworfen, das ist 24 Mal so viel, wie dort jährlich an Nutzholz entnommen wird.

Waldtiere kamen durch den Windwurf kaum zu Schaden – vermutlich nehmen sie Naturereignisse früh genug wahr, um fliehen zu können. Doch ihr Lebensraum veränderte sich grundlegend. Baumbewohner werden unter solchen Bedingungen seltener, viel andere Arten profitierten vom neu entstandenen Lebensraum, darunter auch das Reh. Dem Appetit eines anderen Waldbewohners wurde rasch vorgebeugt: Um einen Befall durch Borkenkäfer zu vermeiden, wurden liegende Stämme und Äste möglichst rasch entfernt und fachgerecht eingelagert.

Die Wiederbewaldung geschieht vor allem durch Naturverjüngung. Pioniere wie Vogelbeere, Zitterpappel und Birke bereiten dabei den Boden für die in dieser Höhe vorrangig wachsende Fichte. Jungpflanze aus den Forstgärten des Landes ergänzen den Bestand. Geduld ist dennoch gefordert: Bis der Waldbestand dem vor „Vaia“ gleicht, dauert es 120 bis 150 Jahre.

Aufgrund von Naturereignissen im Jahr 2018 kann es kurzfristig zu Schließungen von Wanderwegen oder Teilstücken derselben kommen. Aus diesem Grund wird angeraten, sich vor Antritt einer Tour in mittlerer Höhenlage 1200 – 1700m Auskunft über die gefahrlose Begehbarkeit der Wege einzuholen. Geöffneten Wanderwegen   

*** Blog Sturm Vaia *** 

Sturm Vaia 29.10.2019