Das UNESCO-Welterbe Dolomiten im Eggental

Datum
04.05.2018
Tags
Natur

Das UNESCO-Welterbe Dolomiten im Eggental

Schneeweiß und Rosenrot

Gedanken einer Wandersfrau: Von Ein-, Über-, Um- und Ausblicken

Augen. Ja, große Augen machen sie, die Wanderstruppen und Spazierfreudigen, wenn sie dann aus dem „Eye to the Dolomites“ klettern, über die Dolomiten informiert und mit Schmunzeln im Gesicht. Die Erlebnisstation auf 2000 Metern Meereshöhe ist ein richtiger Rausgucker – und den Gag verstehen sie alle: „Ein Auge auf die Dolomiten werfen“. 
Das heißt, dort oben stehen, mitten auf den hohen Plateaus, um die herum die weißen bleichen Felsskulpturen der Dolomiten einen überdimensionalen Freilichtspielplatz bilden. Ich staune auch. Immer und immer wieder.
 

Geschützt von der Weltgemeinschaft - UNESCO-Welterbe

Erhaben fühlt es sich an, zwischen den weißen, ruhenden Bergen zu wandern. An die 2.400 verschiedene Pflanzenarten haben sich die rund 142.000 Dolomiten-Hektar zur Heimat gemacht. Seit 2009 gehört diese Bergwelt auch zum UNESCO-Welterbe. Doch den Rest der Welt kann man leicht vergessen, wenn der Blick über den gezackten Horizont streift, die Wolkenschatten über die geblümten Almwiesen eilen und uralte Nadelbäume mit ihren Flechten im Wind wispern.
Ebbe und Flut, daran muss ich immer wieder denken, zwischen den milchig-bleichen Felsgebilden, die einst die Kalkriffe im kilometertiefen Urzeitmeer waren. Die schwarzen Schlieren an den weißen Kalkwänden sind versteinerte Algen, hin und wieder finden sich noch verkalkte Meeresbewohner – Schneckenhäuser oder Muscheln. Den wohl tiefsten Einblick in die Dolomiten hol’ ich mir im GEOPARC Bletterbach – eine acht Kilometer lange und 400 m tiefe Schlucht erzählt dort von über 40 Millionen Jahren Erdgeschichte.
Den Überblick hingegen verschaffe ich mir im Latemarium. Ich streife über die Themenwege, lese, lerne – und schaue von den Kinoplattformen des Eggentaler Bergkinos hinweg über eine atemberaubende Bergwelt. Meine Gedanken schicke ich dem Steinadler nach, der hier oben in den Welterbewänden wohnen soll.
Die Kletterer, die Wanderer, die Radfahrer, die Naturbegeisterten – alle lieben die Landschaft rundum und zwischen Rosengarten und Latemar. Beeindruckend ist sie, ruhig und wild zugleich. Sie ist einzigartig! Ganz recht. Zusammen mit neun weiteren Teilgebieten der Dolomiten zählen Rosengarten und Latemar zu den nur 199 Landschaften weltweit, die sich mit dem Status Welterbe schmücken dürfen.
Ich hol mir eine Kostprobe der Südtiroler Küche in einer der 32 bewirtschafteten Almhütten des Eggentals, in der sich der Bergwelt hin öffnenden Oberholz-Hütte, wo die Sicht frei ist und der Apfelstrudel bereit steht.

Gipfelkreuz Weißhorn im Sonnenuntergang
Bronze Adler auf dem Hirzelsteing im Rosengarten
Eye to the Dolomites im Abendrot

Rosenrote Figuren im Sagenkabinett

Geschichte ist in den Dolomiten Gegenwart. Die Zwerge und ihr Oberzwerg König Laurin hüten still die Erinnerung an den blühenden Rosengarten, der nun als steinernes Labyrinth vor uns ruht. Und abends, kurz bevor die Sonne untergeht, glimmen die Berge tief- und rosenrot auf. Dieses Bild trage ich mit nach Hause. Und komme ganz gewiss zurück, in die Welt der milchblassen Berge, ins UNESCO-Welterbe Dolomiten, zu Rosengarten und Latemar.

Blick vom Latemar auf Enrosadira des Rosengartens
Latemar im Abendrot
Rosengarten im Abendrot